Ein Abend mit der Journalistin Ulrike Herrmann, der Mut macht, sich für die Zukunft unserer Erde zu engagieren

Das Audimax der Universität zu Lübeck war bei der gemeinsamen Veranstaltung von Klimaentscheid Lübeck e.V. mit dem Umweltreferat des AStA der Universität zu Lübeck am 17. November bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Wirtschaftsredakteurin Ulrike Herrmann (taz) ihren Vortrag „Das Ende des Kapitalismus – Ursache und Folge der Klimakrise?“ hielt.

Ulrike Herrmann führte zunächst aus, welche positiven Folgen der Kapitalismus bewirkt hat. Zugleich ruiniert er jedoch Klima und Umwelt, sodass die Menschheit nun existenziell gefährdet ist. Die Journalistin erläuterte anschließend, welche ökonomischen Entwicklungen zurzeit diskutiert werden, warnte aber eindringlich, sich von der Idee eines grünen Wachstums verführen zu lassen. Stattdessen braucht die industrialisierte Welt ein „grünes und bedarfsgerechtes Schrumpfen, das auch mit einer hohen Lebensqualität verbunden werden kann“. Die Antwort auf die aktuelle Klimakrise kann nur eine Kreislaufwirtschaft sein, in der nur noch verbraucht wird, was sich recyceln lässt. Aber wie soll/kann es gehen? Das beste Modell ist ausgerechnet die britische Kriegswirtschaft ab 1940 …

Im Anschluss folgte eine engagierte und offene Diskussion mit Max Schön, der die ökonomischen Perspektiven noch einmal aus einer anderen Blickrichtung beleuchtete und Raum für kritische Nachfragen, Ergänzungen und Zukunftsideen bot.

Musikalisch wurde der Abend von Triologue begleitet, deren bewegende Klänge im Audimax Mut geben, etwas Neues zu probieren.

Bereits ab 18:00 Uhr konnten Besucher im Foyer die Messestände von 14 lokalen Nachhaltigkeitsinitiativen besuchen, Literatur am Büchertisch entdecken und sich bei Snacks und Getränken austauschen. Fünf Vertreterinnen von Klimaentscheid Lübeck hatten einen Infostand aufgebaut und freuten sich über die vielen Gespräche mit interessierten Teilnehmer:innen.

Ein gelungener Abend, der deutlich gemacht hat, dass die Klimakrise für viele Lübecker:innen eine große Relevanz hat und schnellstmöglich nach gemeinsamen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lösungen gesucht werden muss.